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Anrufweiterleitung bei Nichtannahme einrichten: GSM-Codes, Fritzbox, Festnetz

Aktualisiert: · Matheus Mello

Wer auf der Baustelle steht, kann nicht jedes Gespräch annehmen. Eine Anrufweiterleitung bei Nichtannahme sorgt dafür, dass Ihr Telefon erst normal klingelt und der Anruf nur dann weitergeht, wenn Sie nicht abheben – etwa an eine Kollegin, einen Telefonservice, die Mailbox oder einen KI-Telefonassistenten.

Dieser Ratgeber erklärt die standardisierten GSM-Codes für Mobilfunk, die Einstellungen auf iPhone und Android, die Rufumleitung in der Fritzbox, Festnetz- und Cloud-Lösungen sowie mögliche Kosten. Am Ende steht eine Checkliste für Testanrufe.

Welche Arten der Anrufweiterleitung gibt es?

Man unterscheidet die unbedingte Weiterleitung, die jeden Anruf sofort umleitet, und bedingte Weiterleitungen. Bedingt heißt: bei Nichtannahme nach einigen Sekunden, bei besetzt oder wenn das Handy nicht erreichbar ist. Für Handwerksbetriebe ist meist die Weiterleitung bei Nichtannahme sinnvoll, weil Sie weiterhin selbst rangehen können.

ArtWann wird weitergeleitet?GSM-Code (Aktivieren)
UnbedingtImmer, das eigene Telefon klingelt nicht**21*Zielnummer#
Bei NichtannahmeNach einigen Sekunden Klingeln ohne Abheben**61*Zielnummer#
Bei besetztWenn Sie gerade telefonieren**67*Zielnummer#
Bei nicht erreichbarHandy aus, kein Netz, Flugmodus**62*Zielnummer#

Die bedingten Varianten lassen sich kombinieren. So landet ein Anruf auch dann am Ziel, wenn Sie gerade sprechen oder im Funkloch stehen.

Wie richten Sie die Weiterleitung bei Nichtannahme per GSM-Code ein?

Tippen Sie in der Telefon-App **61*, dann die Zielnummer mit Vorwahl und eine Raute, und drücken Sie auf Anrufen. Das Netz bestätigt die Einstellung meist mit einer kurzen Meldung. Mit ##61# schalten Sie die Weiterleitung wieder ab, mit *#61# fragen Sie den aktuellen Status ab.

**61*Zielnummer#

Die Zielnummer geben Sie am besten im internationalen Format ein, zum Beispiel +49 statt der führenden Null. Die Codes sind im GSM-Standard festgelegt und funktionieren bei den meisten deutschen Mobilfunknetzen. Einzelne Tarife oder Discounter können Funktionen einschränken.

##61#   Weiterleitung bei Nichtannahme deaktivieren
*#61#   Status abfragen

Die Raute am Ende ist Pflicht. Ohne sie erkennt das Telefon den Code nicht als Netzbefehl.

Wie stellen Sie ein, nach wie vielen Sekunden weitergeleitet wird?

Hängen Sie an die Zielnummer zwei Sterne und die gewünschte Sekundenzahl an, gefolgt von einer Raute. Erlaubt sind Werte von 5 bis 30 Sekunden in Fünferschritten. Für Handwerker sind oft 15 bis 20 Sekunden ein guter Kompromiss: genug Zeit, um Handschuhe auszuziehen, aber nicht so lang, dass Anrufer auflegen.

**61*Zielnummer**20#
  • Mögliche Werte: 5, 10, 15, 20, 25 oder 30 Sekunden.
  • Kurze Zeit (5–10 s): sinnvoll, wenn Sie fast nie selbst rangehen können.
  • Längere Zeit (25–30 s): wenn Sie meist rangehen und nur selten weiterleiten wollen.
  • Ohne Angabe gilt die Voreinstellung des Netzbetreibers.

Beachten Sie: Ist zusätzlich die Mailbox aktiv, kann sie den Anruf vor Ablauf Ihrer Zeit annehmen. Prüfen Sie das beim Testen.

Wie leiten Sie auch bei besetzt oder ausgeschaltetem Handy weiter?

Für besetzt nutzen Sie **67*Zielnummer#, für nicht erreichbar **62*Zielnummer#. Beide funktionieren wie der Code für Nichtannahme und lassen sich parallel aktivieren. Wollen Sie später alles zurücksetzen, löscht ##002# alle bedingten Umleitungen auf einmal. Danach greift wieder die Standardeinstellung, oft die Mailbox Ihres Anbieters.

**67*Zielnummer#   bei besetzt
**62*Zielnummer#   bei nicht erreichbar
##002#             alle bedingten Umleitungen löschen

Nach ##002# ist häufig auch die Weiterleitung zur Mailbox gelöscht. Wenn Sie die Mailbox weiter nutzen wollen, richten Sie sie über die App oder Hotline Ihres Anbieters neu ein.

Was ist auf iPhone und Android zu beachten?

Im iPhone-Menü unter Einstellungen, Telefon, Rufweiterleitung gibt es nur die unbedingte Weiterleitung. Die Weiterleitung bei Nichtannahme richten Sie deshalb per GSM-Code in der Telefon-App ein. Android-Geräte bieten je nach Hersteller oft ein Menü mit allen bedingten Varianten, der Pfad unterscheidet sich aber je Modell und Version.

  • iPhone: Code wie **61*Zielnummer**20# in der Telefon-App eintippen und auf den grünen Hörer tippen.
  • Android: In der Telefon-App über das Menü in die Einstellungen, dort meist unter „Anrufe“, „Zusätzliche Einstellungen“ oder „Anrufweiterleitung“ suchen.
  • Dual-SIM: Die Weiterleitung gilt pro SIM-Karte. Prüfen Sie, über welche SIM der Code gesendet wird.
  • eSIM und Zweitkarte: Bei Multi-SIM-Tarifen kann sich das Verhalten unterscheiden. Testen Sie jede Karte einzeln.

Die GSM-Codes werden im Netz gespeichert, nicht auf dem Gerät. Sie gelten also auch nach einem Handywechsel weiter, solange die SIM-Karte gleich bleibt.

Wie funktioniert die Weiterleitung bei Fritzbox und Festnetz?

In der Fritzbox finden Sie die Rufumleitung im Menü unter Telefonie, Rufbehandlung. Dort wählen Sie die Rufnummer, das Ziel und die Option „verzögert“, damit erst nach einigen Sekunden umgeleitet wird. Bei anderen Festnetzanschlüssen richten Sie die Weiterleitung meist im Kundencenter Ihres Anbieters oder per Tastencode ein.

  • Fritzbox: Unter Telefonie > Rufbehandlung > Rufumleitung eine neue Umleitung anlegen, Rufnummer und Ziel wählen, Art „verzögert“ einstellen. Die genaue Bezeichnung kann je nach FRITZ!OS-Version leicht abweichen.
  • Wichtig bei der Fritzbox: Die Umleitung läuft über Ihre Leitung. Sie belegt für die Dauer des Gesprächs Sprachkanäle und kann Kosten für die weitergeleitete Verbindung auslösen.
  • Telekom und andere Festnetz-Anbieter: Die Anrufweiterleitung lässt sich meist im Kundencenter oder Telefonie-Center online einrichten oder per Tastencode am Telefon. Die genauen Codes stehen in der Hilfe Ihres Anbieters.
  • Im Netz statt am Router: Wenn Ihr Anbieter die Umleitung im Netz anbietet, wird Ihre Leitung nicht belegt. Das ist oft die stabilere Lösung.

Mehr zu Begriffen wie SIP-Trunk und Rufumleitung finden Sie im Glossar.

Wie richten Sie die Weiterleitung in einer Cloud-Telefonanlage ein?

Cloud-Telefonanlagen bieten Weiterleitungen meist in einer Weboberfläche oder App. Dort legen Sie Regeln an, etwa „nach 20 Sekunden ohne Annahme an Ziel X“, oft kombiniert mit Zeitplänen für Geschäftszeiten und Nacht. Die Bezeichnungen heißen je nach Anbieter Rufgruppe, Klingelplan oder Anrufregel. Prüfen Sie die Hilfeseiten Ihres Anbieters.

  • Zeitgesteuerte Regeln: tagsüber erst Büro, dann Handy, abends direkt an die Bereitschaft.
  • Rufgruppen: mehrere Telefone klingeln gleichzeitig oder nacheinander, erst danach greift die Weiterleitung.
  • Feiertage und Betriebsferien als eigene Profile anlegen.
  • Rufnummernanzeige prüfen: Wird beim Ziel die Nummer des Anrufers angezeigt oder Ihre eigene?

Eine Cloud-Telefonanlage ist besonders praktisch, wenn mehrere Personen im Wechsel erreichbar sind. Passende Tipps dazu stehen im Ratgeber Telefonzeiten und Erreichbarkeit.

Was kostet eine Anrufweiterleitung?

Das Einrichten per Code ist meist kostenlos. Kosten kann aber die weitergeleitete Verbindung verursachen: Der Abschnitt von Ihrem Anschluss zum Ziel wird je nach Tarif wie ein eigener Anruf berechnet. Bei Flatrates ins deutsche Netz ist das oft abgedeckt, bei Sondernummern oder Auslandszielen nicht. Prüfen Sie Ihren Tarif.

  • Tarifbedingungen auf „Rufumleitung“ oder „Anrufweiterleitung“ durchsuchen.
  • Ziele mit Sondernummern oder Auslandsnummern sind oft nicht in der Flatrate enthalten.
  • Bei Prepaid-Tarifen kann die Weiterleitung Guthaben verbrauchen.
  • Im Zweifel einen Testmonat beobachten und die Einzelverbindungen prüfen.

Ob sich eine Weiterleitung an einen Dienst lohnt, hängt davon ab, wie viele Anrufe Sie verpassen. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen im Rechner.

Wie testen Sie, ob die Weiterleitung richtig funktioniert?

Rufen Sie Ihre Nummer von einem anderen Telefon an, lassen Sie es klingeln und gehen Sie nicht ran. Prüfen Sie, ob nach der eingestellten Zeit das Ziel annimmt. Testen Sie dann besetzt, ausgeschaltetes Handy und Festnetz getrennt. Fragen Sie zum Schluss mit *#61# den Status ab.

  • Test aus Mobilfunk und aus dem Festnetz durchführen.
  • Nichtannahme: Klingelt das Handy wirklich die eingestellte Zeit?
  • Besetzt: Während eines laufenden Gesprächs von einer zweiten Nummer anrufen.
  • Nicht erreichbar: Flugmodus einschalten und anrufen.
  • Mailbox prüfen: Springt sie vorher ein, Mailbox deaktivieren oder Zeit anpassen.
  • Rufnummernanzeige am Ziel prüfen.
  • Ergebnis notieren und nach Tarifwechsel oder Handytausch wiederholen.

Wir planen einen KI-Telefonassistenten, der über genau diese Weiterleitung bei Nichtannahme angebunden werden soll. Er ist noch nicht verfügbar; Interessierte können sich in die Warteliste eintragen.

Anrufweiterleitung bei Nichtannahme per GSM-Code einrichten

So leiten Sie Anrufe auf dem Handy nur dann weiter, wenn Sie nach einer festgelegten Zeit nicht abheben.

  1. 1

    Zielnummer festlegen

    Notieren Sie die Nummer, an die weitergeleitet werden soll, am besten im Format +49 mit Vorwahl.

  2. 2

    Tarif prüfen

    Prüfen Sie in den Tarifbedingungen, ob weitergeleitete Verbindungen zu diesem Ziel Kosten verursachen.

  3. 3

    Code eingeben

    Tippen Sie in der Telefon-App **61*Zielnummer**20# ein und drücken Sie auf Anrufen. Die 20 steht für die Sekunden bis zur Weiterleitung (5–30 in Fünferschritten).

  4. 4

    Weitere Bedingungen ergänzen

    Bei Bedarf **67*Zielnummer# für besetzt und **62*Zielnummer# für nicht erreichbar aktivieren.

  5. 5

    Status abfragen

    Mit *#61# prüfen Sie, ob die Weiterleitung aktiv ist und welches Ziel eingetragen ist.

  6. 6

    Testanrufe durchführen

    Von einem anderen Telefon anrufen und Nichtannahme, besetzt und Flugmodus nacheinander testen.

  7. 7

    Bei Bedarf zurücksetzen

    Mit ##61# deaktivieren Sie die Weiterleitung bei Nichtannahme, mit ##002# alle bedingten Umleitungen auf einmal.

Häufige Fragen

Merkt der Anrufer, dass sein Anruf weitergeleitet wurde?

Meist hört er nur ein längeres Freizeichen. Eine Ansage am Ziel sollte deshalb klar sagen, wer gerade spricht.

Kann ich die Weiterleitung nur zu bestimmten Uhrzeiten aktiv schalten?

Mit GSM-Codes nicht, die gelten immer. Zeitpläne bieten Fritzbox, viele Cloud-Telefonanlagen und manche Anbieter-Apps.

Warum zeigt mein Handy nach dem Code eine Fehlermeldung?

Häufige Ursachen sind eine fehlende Raute, ein Tippfehler in der Zielnummer oder ein Tarif, der die Funktion nicht unterstützt. Fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach.

Funktioniert **61* auch bei WLAN-Call oder VoLTE?

In der Regel ja, weil die Einstellung im Netz gespeichert ist. Testen Sie es trotzdem, da sich einzelne Netze unterschiedlich verhalten können.

Kann ich auf mehrere Ziele gleichzeitig weiterleiten?

Mit GSM-Codes gibt es pro Bedingung nur ein Ziel. Parallele oder gestaffelte Ziele sind mit einer Telefonanlage oder Cloud-Lösung möglich.